Wissensmaschine Wolfram|Alpha: Perspektiven für den Einsatz (nicht nur) im Mathematikunterricht

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Schüler dürften Wolfram|Alpha (Kurz: W|A) bald ebenso selbstverständlich ansteuern wie bislang schon Google oder die Wikipedia.
Die „rechnende Wissensmaschine“ Wolfram|Alpha beweist gerade für Mathematik Qualitäten, die Google derzeit noch abgehen – obwohl der unscheinbare Suchschlitz des Internetriesen durchaus auch als Taschenrechner nutzbar ist.
Wolfram|Alpha leistet aber weit mehr. Kein Wunder, der Dienst basiert auf dem mächtigen Computer Algebra System Mathematica des britischen Wissenschaftlers Stephen Wolfram. (Womit sich auch die Namensgebung erklärt).
Das Schöne ist: Mathematica kostet Geld, WolframAlpha kostet nichts. Eine „Visual gallery of Examples“ demonstriert viele Einsatzmöglichkeiten in verschiedensten Disziplinen.
Die Liste von Beispielen für den Einsatz in Mathematik beginnt mit elementaren Rechnungen und führt bis hin zu Zahlentheorie, Diskreter Mathematik und Vektoranalysis.
Englisch sollte man zumindest einigermaßen beherrschen, auf eine deutsche Sprachversion wird man möglicherweise noch lange Zeit warten müssen.

Wenn in wenigen Jahren eine mobile Internet-Flatrate und Smartphones so verbreitet sind wie heute schon PCs, Notebooks und DSL, wird das dafür bestens kompatible WolframAlpha auch in Schulen allgegenwärtig sein.
Wohl auch überall dort, wo das Spicken angesagt ist.Bild

Richard MacManus sah schon vor wenigen Wochen im ReadWriteWeb als Einsatzszenario Nummer 1 für WolframAlpha den Use Case: Education.

Dabei verweist auch er auf einen von Lehrern befürchteten Effekt:

>Encouraging cheating and laziness in students. This is because Wolfram|Alpha not only solves complex math problems, it „also can spell out the steps leading to those solutions.“<

Stephen Wolfram beharrt darauf, dass Computeralgebrasysteme (CAS) Lernprozesse letztlich befördern werden: „because they allow students to explore complex problems on their own and intuitively determine how functions work.“

Ausführlicher nahm sich Jeffrey R. Young dieses Themas im Juni 2009 an: „Calculating Web Site Could Ignite a New Campus ‘Math War„.
Neben Wolfram|Alpha würden selbst moderne Schul- und Grafikrechner aussehen wie Rechenschieber. Mit dem leicht zugänglichen CAS werde für den Mathematikunterricht eine Büchse der Pandora geöffnet.

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Auch Maria H. Andersen beschäftigt sich auf ihrem fabelhaften Blog „Teaching College Math“ intensiv mit den Auswirkungen von Wolfram|Alpha auf den Mathematikunterricht.
Da lohnt ein längeres Zitat:

>Because W|A is free and similar to other technologies they know how to use (designed like a search engine), it has relative advantage over other CAS technologies. With prior CAS technologies, you had to know exactly what series of steps or commands to write in order to extract the outcome you desired, but with W|A, the less you ask for, the more you get out. W|A just assumes you want all relevant information it can generate. W|A is easily trialable – anyone with Internet access can try it. Not only that, but observability is also high – simply use a hyperlink to share what you’re doing in W|A with others. Compound this ease of observability with the incredible connectedness of the student population in the U.S. (Facebook, MySpace, etc.), and you can see why I don’t think it will take long for W|A to spread to the undergraduate population of math students.<

Zuletzt noch ein Hinweis auf das auch von Andersen mitbetriebene Walpha Wiki: Teaching Undergraduate Math with Wolfram|Alpha. Interessant sind hier vor allem die Artikel zu Analysis (Calculus) und Linearer Algebra.

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