post Category: Allgemein post Comments (0) post16. Juni 2010

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Alle Jahre wieder ruft Jane Hart die „learning professionals“ weltweit zur Abstimmung auf: Welche Tools (Webdienste / Software) werden im Bildungsbereich bevorzugt benutzt?
Heraus kommt jeweils eine Liste der 100 besten Tools. Im letzten Jahr lagen ganz vorne Twitter, Delicious, YouTube, Google Reader, Google Docs, WordPress, Slideshare, Google Search, Audacity und Skype.
Auf Harts „Centre for Learning & Performance Technologies“ (c4lpt.co.uk) finden sich auch noch Listen für 2007 und 2008.
Es ist ausgesprochen interessant, das Auf und Ab der jeweiligen Tools zu verfolgen.
So schoss etwa der Microblogging-Dienst Twitter kometengleich von Position 43 im Jahr 2007 auf Position 11 im Jahr 2008, um sich dann ganz an die Spitze zu setzen.
Firefox (inklusive Addons) rutschte dagegen von Position 1 im Jahr 2007 auf Position 9 in 2009.
Beim laufenden Voting für 2010 liegt Firefox aktuell nur noch auf Position 31. Solche Ergebnisse sind interpretationsbedürftig und müssen eigentlich relativiert werden.
Tatsächlich dürfte Firefox auch heute noch das primäre Werkzeug sein, schließlich setzen die allermeisten Tools in dieser Liste einen Browser voraus.
Und bis auf Googles ‚Chrome‘ tauchen Alternativen hier nicht auf, bezeichnenderweise auch nicht Microsofts Internet Explorer.
Das auch aktuell wieder auf Position 1 gelistete Kommunikationstool Twitter setzt in seiner schlichtesten Form ebenfalls einen Browser voraus – und in ‚professioneller‘ Form einen Client wie Tweetdeck oder (webbasiert) Hootsuite.

Aus Harts Liste wird auch die überragende Bedeutung von Google ersichtlich: Nahezu jedes 6. Tool kommt aus der Werkstatt des Webgiganten!
2009 waren aufgeführt YouTube (3), Google Docs (5), der Google Reader (4), Google Search (8), Blogger (12), iGoogle (16), Google Sites (29), Picasa (34), Chrome (55), Google Apps (38), Gmail (21), Google Maps (67), Google Earth (43), Google Calendar (50). Inzwischen ist Wave hinzugekommen.
Yahoo kann nicht mit Anzahl punkten, sondern nur noch durch (eine) Position. Im letzten Jahr lag sein Social Bookmarking Dienst Delicious auf Rang 2. (flickr behauptet sich seit 2007 ziemlich konstant auf den Rängen 15 bis 18).

Düster sieht es für den einstmaligen IT-Monopolisten Microsoft aus. 2009 waren noch aufgeführt: Powerpoint (13), Word (36), Sharepoint (50) und Outlook (67). Alle aber mit stark abnehmender Tendenz.

Seit 2007 behaupten sich mit weitgehend konstantem Ranking WordPress, Moodle und Wikipedia – alle drei führend in ihrem jeweiligen Segment.

Was ist für mich persönlich noch besonders interessant?
Der von mir seit Jahren fast schon missionarisch beworbene Social Bookmarking Dienst diigo klettert bei Hart Zug um Zug nach oben. Aktuell liegt er auf Position 19.
Ebenfalls klein aber fein ist das kollaborative Mindmapping-Tool mind42.com, hinter dem Stefan Schuster und die Wiener Firma Irian stehen. Erstmals taucht es nun auf Harts Liste für 2010 auf, wenn auch weit hinten.
Der von mir lange Zeit intensiv genutzte Feedreader Bloglines (seit 2005 gehört er zu Ask) scheint auf dem absteigenden Ast.
Bei Hart 2007 auf Position 12 gestartet, lag er im letzten Jahr nur noch auf Rang 87.
Mich hält bei ihm noch die mächtige Macht der Gewohnheit, absehbar ist aber, dass ich ganz auf den Google Reader und Feedly umsteige. Einer der Gründe: Die allzu häufige Bloglines-Meldung ‚Internal Server Error‘.

Was zählt zu meinen Top 10 in diesem Jahr? Da gibt es Tools, die noch recht neu auf meinem Radar sind, so vor allem das ganz hervorragende Mendeley. Es dient ähnlich wie Zotero dem Dokumentenmanagement und soll zudem Wissenschaftler weltweit besser vernetzen. (Hinter Mendeley stehen übrigens Jan Reichelt, Victor Henning, Paul Föckler und Dr. Stefan Glänzer – und zwar in London).
Intensiver als früher nutze ich Twitter, vor allem in Verbindung mit Tweetdeck. In diesen Client lassen sich verschiedene Twitterkonten integrieren, überdies auch Google Buzz und Facebook.
Dann begeistert mich weiterhin die freie Software Geogebra. Die freilich dürfte nur interessieren, wer Mathematik oder Physik lehrt oder lernt. Ähnliches gilt bislang auch noch für WolframAlpha. Die weitere Entwicklung dieser „computational knowledge engine“ bleibt auf jeden Fall spannend.

Geht es nach der realen Bedeutung in meinem (digitalen) Wissens- und Bildungsalltag ergibt sich eine etwas vertrauter anmutende Rangfolge:

  1. Firefox plus Addons
  2. Google Suche
  3. Diigo
  4. Bloglines
  5. WordPress / Blogdesk
  6. MS Office (Word / Excel / Powerpoint)
  7. Google Office (incl. Kalender und Gmail)
  8. Snagit
  9. Twitter / Tweetdeck
  10. Wikipedia

Auch Jochen Robes nennt auf dem Weiterbildungsblog seine 10 Favoriten. Es gibt eine Schnittmenge, zu der u.a. Diigo, Bloglines und WordPress gehören.

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