post Category: Allgemein post Comments (0) post23. Juli 2014

In der Süddeutschen ist aktuell zu lesen, dass an der TU München eine Revolution ansteht: Alle Master-Studiengänge sollen zukünftig auf Englisch umgestellt werden. So will es TU-Präsident Wolfgang Herrmann, bis 2020 soll das geschehen sein. Man konkurriere mit universitären US-Ikonen wie dem MIT und der Uni Stanford um die klügsten Köpfe weltweit – am Ende auch um Gelder.
Eine lokale Umstellung auf die lingua franca des Wissenschaftsbetriebs wäre dennoch nur eine kleine Revolution im Rahmen einer fortlaufenden größeren Revolution, die durch das Internet schon längst angestoßen ist.
Was da gerade geschieht, konnte man u.a. aus einem Artikel der ZEIT-Autoren Jean Heuser und Christoph Drössler erfahren. Das Stichwort, besser gesagt das Stichakronym: MOOC. Es steht für Massive Open Online Course, auf Deutsch : Allgemeiner Offener Massen-Online-Kurs, so übersetzt es die Wikipedia.
Heuser und Drössler erkennen darin eine aufziehende Konkurrenz für die klassische Professur, sei sie nun in Deutsch oder in Englisch gehalten:

„Nicht durch eine ehrgeizige Neuberufung an der eigenen Hochschule, sondern durch Koryphäen aus dem Internet: Die Konkurrenz spricht nicht leibhaftig zu den Studenten, sondern über den Bildschirm. Ihr lauschen nicht nur die 200 angehenden Akademiker, die in einen Hörsaal passen, sondern 20.000 Hörer und mehr. Die Studenten sitzen auch nicht mehr in einem Hörsaal beisammen, sondern sind über die ganze Welt verteilt. In Lima und San Francisco, in Johannesburg und Moskau haben sie vor ihren Computerbildschirmen Platz genommen. Sie schauen sich das Unterrichtsvideo auch nicht alle gleichzeitig an, sondern jeder dann, wann er Lust hat. Hat er etwas nicht verstanden, spult er einfach zurück. So ist das Internet dabei, nicht nur das gesamte Kommunikationsverhalten auf dem Planeten zu revolutionieren, sondern auch die höhere Bildung.“

Fünf Plattformen werden dann aufgelistet, die solche Kurse bereitstellen:
Aus der „oberen Liga“ das vom MIT und der Uni Harvard initiierte edX, sowie das Minerva Project. Außerdem Coursera und das kommerzielle Udacity.
Allgemeintauglich ist die Khan-Academy, die mittlerweile sogar Kurse in Deutsch anbietet.
Über die Entstehungsgeschichte dieses Portals und ihren Gründer Salma Khan heißt es:

„Seine Cousine hatte im Jahr 2006 in der Schule Probleme mit der Mathematik. Khan, der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) studiert hatte, produzierte für sie kleine, unterhaltsame Nachhilfevideos.
Über 250 Millionen Mal sind seine Videos bereits abgerufen worden. Die Khan Academy hilft immer noch vor allem Schülern, sie bietet Kurse in allen Fächern an.“

Um die besten MOOCs nutzen zu können, empfiehlt es sich, neben Deutsch auch im Englischen geübt zu sein. Womit man wieder bei der TU München und den Plänen ihres Präsidenten Wolfang Herrmann wäre.

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