post Category: Allgemein post Comments (0) post23. Juli 2014

In der Süddeutschen ist aktuell zu lesen, dass an der TU München eine Revolution ansteht: Alle Master-Studiengänge sollen zukünftig auf Englisch umgestellt werden. So will es TU-Präsident Wolfgang Herrmann, bis 2020 soll das geschehen sein. Man konkurriere mit universitären US-Ikonen wie dem MIT und der Uni Stanford um die klügsten Köpfe weltweit – am Ende auch um Gelder.
Eine lokale Umstellung auf die lingua franca des Wissenschaftsbetriebs wäre dennoch nur eine kleine Revolution im Rahmen einer fortlaufenden größeren Revolution, die durch das Internet schon längst angestoßen ist.
Was da gerade geschieht, konnte man u.a. aus einem Artikel der ZEIT-Autoren Jean Heuser und Christoph Drössler erfahren. Das Stichwort, besser gesagt das Stichakronym: MOOC. Es steht für Massive Open Online Course, auf Deutsch : Allgemeiner Offener Massen-Online-Kurs, so übersetzt es die Wikipedia.
Heuser und Drössler erkennen darin eine aufziehende Konkurrenz für die klassische Professur, sei sie nun in Deutsch oder in Englisch gehalten:

„Nicht durch eine ehrgeizige Neuberufung an der eigenen Hochschule, sondern durch Koryphäen aus dem Internet: Die Konkurrenz spricht nicht leibhaftig zu den Studenten, sondern über den Bildschirm. Ihr lauschen nicht nur die 200 angehenden Akademiker, die in einen Hörsaal passen, sondern 20.000 Hörer und mehr. Die Studenten sitzen auch nicht mehr in einem Hörsaal beisammen, sondern sind über die ganze Welt verteilt. In Lima und San Francisco, in Johannesburg und Moskau haben sie vor ihren Computerbildschirmen Platz genommen. Sie schauen sich das Unterrichtsvideo auch nicht alle gleichzeitig an, sondern jeder dann, wann er Lust hat. Hat er etwas nicht verstanden, spult er einfach zurück. So ist das Internet dabei, nicht nur das gesamte Kommunikationsverhalten auf dem Planeten zu revolutionieren, sondern auch die höhere Bildung.“

Fünf Plattformen werden dann aufgelistet, die solche Kurse bereitstellen:
Aus der „oberen Liga“ das vom MIT und der Uni Harvard initiierte edX, sowie das Minerva Project. Außerdem Coursera und das kommerzielle Udacity.
Allgemeintauglich ist die Khan-Academy, die mittlerweile sogar Kurse in Deutsch anbietet.
Über die Entstehungsgeschichte dieses Portals und ihren Gründer Salma Khan heißt es:

„Seine Cousine hatte im Jahr 2006 in der Schule Probleme mit der Mathematik. Khan, der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) studiert hatte, produzierte für sie kleine, unterhaltsame Nachhilfevideos.
Über 250 Millionen Mal sind seine Videos bereits abgerufen worden. Die Khan Academy hilft immer noch vor allem Schülern, sie bietet Kurse in allen Fächern an.“

Um die besten MOOCs nutzen zu können, empfiehlt es sich, neben Deutsch auch im Englischen geübt zu sein. Womit man wieder bei der TU München und den Plänen ihres Präsidenten Wolfang Herrmann wäre.

post Category: Allgemein post Comments (0) post4. Juli 2014

100 Jahre? 1000 Jahre? Science Fiction? Wie lange mag es wohl dauern, dass eine fremde Sprache nicht mehr erlernt werden muss, sondern  mit fortgeschrittener Technik ‚installiert‘ oder ‚implantiert‘ wird? So wie mit Implantaten für einen maladen Körper schon jetzt das Sehen, das Hören, das Laufen, das Kauen, auch ein geregelter Herzschlag … erleichtert oder erst ermöglicht wird. Bevor am Horizont der Evolution ein Cyborg sichtbar wird, bescheren uns digitale Tools im Jahrestakt neue Lernerlebnisse.
Auf der Website Lexipedia.com („where words have meaning“) lässt sich für fast jede Vokabel ein (semantisches) Netz bedeutungsverwandter Begriffe generieren, von Synonymen aber auch von Antonymen. Das funktioniert für sechs Sprachen. Ähnliches leisten auch visuwords.com und wordvis.com. Neben solchen „Graphical Dictionaries“, die den Wortkosmos im Stil einer Mindmap strukturieren,  finden sich im Web auch eher klassisch anmutende „Visual Dictionaries„, Bildwörterbücher.  Etwa Shahi. Zu englischen Vokabeln werden dort neben einer Bedeutungsangabe auch Bilder angezeigt, die von Google geliefert werden.
Bilder von Flickr werden zwar versprochen, aber zumindest bei unserem Test wurden sie nicht geliefert. Auch PONS bietet im Web ein thematisch gegliedertes Bildwörterbuch.
Für iPhone und iPad gibt es verschiedenste Visual Dictionaries. Die Basisversion ist meist gratis, Updates auf die Vollversion müssen bezahlt werden.

 

post Category: Allgemein post Comments (0) post5. Januar 2014

Im aktuellen Programm der Münchner Volkshochschule (MVHS) werden knapp 400 Englischkurse gelistet, 332 Italienischkurse, 36 Arabischkurse, 43 Kurse für Chinesisch, 170 Französischkurse usw.
Was geschieht mit diesen Kursen (und mit den Dozenten), wenn sich nur weit genug herumgesprochen hat, dass sich eine Fremdsprache auch in virtuellen Klassenräumen lernen bzw. trainieren lässt, zu keinen oder nur sehr geringen Kosten?

Unter der Adresse verbling.com kann man sich in solche virtuellen Klassenräume hineinsetzen, wenn auch zunächst nur als passiver Zuhörer in die hinterste Reihe.
Geboten wird Unterricht in Echtzeit, Englisch oder Spanisch etwa von Muttersprachlern.
Um nicht nur zuzuschauen, sondern auch selbst in einer kleinen Gruppe von maximal 9 Personen mitzulernen, im Dialog mit dem Lehrer, benötigen Sie noch ein Konto bei Google und dann ein fix angelegtes Profil in Google+.

Natürlich auch ein Konto bei Verbling. Außerdem benötigen Sie ein Mikrofon und, wenn Sie von den anderen auch gesehen werden möchten, eine Webcam. Das sind zugleich die Voraussetzungen, wenn Sie selbst unterrichten möchten.
Technisch die Google+ Hangout nutzend werden auf der Plattform verbling.com fortgesetzt Livesprachkurse angeboten. Auch Privatunterricht (Tutoring) wird geboten.
Ebenso die Bildung von Gruppen und das Lernen mit Freunden im Tandem:
Ich übe Dich in meiner Sprache, Du mich in Deiner.
Als ich vor zwei Jahrzehnten die ersten E-Mails schrieb und erhielt, hatte ich ein ähnliches Gefühl: wie schnell, wie einfach, wie billig war auf einmal die Kommunikation, der Globus wurde klein dabei.
Und nun: wie schnell, wie direkt, wie billig kann das Lernen werden, jedenfalls das Lernen einer Fremdsprache. Und wie klein auch hier der Globus: Spürbar, wenn sich Lehrer oder Mitschüler gerade in verschiedenen Kontinenten befinden.
Videokonferenzen gibt es schon seit Längerem, neu ist nur, dass damit buchstäblich bereits jedes Schulkind arbeiten könnte. Soweit auf Verbling oder ähnlichen Webplattformen im Tandem gelernt wird, gilt, was auch sonst das Web 2.0 charakterisiert:
Man ist „Prosument“, es herrscht ein ständiges Geben und Nehmen. Die Plattform hilft, die gewünschten Kontakte herzustellen, zu vernetzen, Schüler mit Lehrern, Schüler mit Schülern. Sie liefert die Infrastruktur für Begegnung und Austausch.

Mit dem Konnektivismus gibt es eine neue Lerntheorie, die den sich durch die Digitalisierung dramatisch wandelnden Umständen Rechnung tragen will.
Erstmals formuliert wurde sie 2005 von dem Kanadier George Siemens in seinem Aufsatz „Konnektivismus: Eine Lerntheorie für das digitale Zeitalter“.

Lernen wird hier als Prozess der Vernetzung gesehen, ähnlich dem Aufbau und der Verstärkung neuronaler Verbindungen im Gehirn, mit dem auf physiologischer Ebene das Lernen ja tatsächlich einhergeht.

Der Lernende vernetzt sich interagierend, online oder offline, mit Personen in einem informellen „Persönlichen Lernnetzwerk“ (PLN).
Er vernetzt sich ebenso mit Orten und Organisationen. Er selbst vernetzt und verbindet Informationen, Daten, Bilder, … und dokumentiert das fortlaufend etwa in einem Wiki oder auf einem Blog – die durch Links im Web wiederum vernetzt sind. Mit allem zusammen erschafft er sich seine persönliche Lernumgebung, sein Personal Learning Environment (PLE).

[Der leicht modifizierte Text ist einem vom Autor verfassten Studienheft für den neuen ILS-Kurs „E-Learning Manager“ entnommen.]

post Category: Allgemein post Comments (0) post16. Juni 2010

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Alle Jahre wieder ruft Jane Hart die „learning professionals“ weltweit zur Abstimmung auf: Welche Tools (Webdienste / Software) werden im Bildungsbereich bevorzugt benutzt?
Heraus kommt jeweils eine Liste der 100 besten Tools. Im letzten Jahr lagen ganz vorne Twitter, Delicious, YouTube, Google Reader, Google Docs, WordPress, Slideshare, Google Search, Audacity und Skype.
Auf Harts „Centre for Learning & Performance Technologies“ (c4lpt.co.uk) finden sich auch noch Listen für 2007 und 2008.
Es ist ausgesprochen interessant, das Auf und Ab der jeweiligen Tools zu verfolgen.
So schoss etwa der Microblogging-Dienst Twitter kometengleich von Position 43 im Jahr 2007 auf Position 11 im Jahr 2008, um sich dann ganz an die Spitze zu setzen.
Firefox (inklusive Addons) rutschte dagegen von Position 1 im Jahr 2007 auf Position 9 in 2009.
Beim laufenden Voting für 2010 liegt Firefox aktuell nur noch auf Position 31. Solche Ergebnisse sind interpretationsbedürftig und müssen eigentlich relativiert werden.
Tatsächlich dürfte Firefox auch heute noch das primäre Werkzeug sein, schließlich setzen die allermeisten Tools in dieser Liste einen Browser voraus.
Und bis auf Googles ‚Chrome‘ tauchen Alternativen hier nicht auf, bezeichnenderweise auch nicht Microsofts Internet Explorer.
Das auch aktuell wieder auf Position 1 gelistete Kommunikationstool Twitter setzt in seiner schlichtesten Form ebenfalls einen Browser voraus – und in ‚professioneller‘ Form einen Client wie Tweetdeck oder (webbasiert) Hootsuite.

Aus Harts Liste wird auch die überragende Bedeutung von Google ersichtlich: Nahezu jedes 6. Tool kommt aus der Werkstatt des Webgiganten!
2009 waren aufgeführt YouTube (3), Google Docs (5), der Google Reader (4), Google Search (8), Blogger (12), iGoogle (16), Google Sites (29), Picasa (34), Chrome (55), Google Apps (38), Gmail (21), Google Maps (67), Google Earth (43), Google Calendar (50). Inzwischen ist Wave hinzugekommen.
Yahoo kann nicht mit Anzahl punkten, sondern nur noch durch (eine) Position. Im letzten Jahr lag sein Social Bookmarking Dienst Delicious auf Rang 2. (flickr behauptet sich seit 2007 ziemlich konstant auf den Rängen 15 bis 18).

Düster sieht es für den einstmaligen IT-Monopolisten Microsoft aus. 2009 waren noch aufgeführt: Powerpoint (13), Word (36), Sharepoint (50) und Outlook (67). Alle aber mit stark abnehmender Tendenz.

Seit 2007 behaupten sich mit weitgehend konstantem Ranking WordPress, Moodle und Wikipedia – alle drei führend in ihrem jeweiligen Segment.

Was ist für mich persönlich noch besonders interessant?
Der von mir seit Jahren fast schon missionarisch beworbene Social Bookmarking Dienst diigo klettert bei Hart Zug um Zug nach oben. Aktuell liegt er auf Position 19.
Ebenfalls klein aber fein ist das kollaborative Mindmapping-Tool mind42.com, hinter dem Stefan Schuster und die Wiener Firma Irian stehen. Erstmals taucht es nun auf Harts Liste für 2010 auf, wenn auch weit hinten.
Der von mir lange Zeit intensiv genutzte Feedreader Bloglines (seit 2005 gehört er zu Ask) scheint auf dem absteigenden Ast.
Bei Hart 2007 auf Position 12 gestartet, lag er im letzten Jahr nur noch auf Rang 87.
Mich hält bei ihm noch die mächtige Macht der Gewohnheit, absehbar ist aber, dass ich ganz auf den Google Reader und Feedly umsteige. Einer der Gründe: Die allzu häufige Bloglines-Meldung ‚Internal Server Error‘.

Was zählt zu meinen Top 10 in diesem Jahr? Da gibt es Tools, die noch recht neu auf meinem Radar sind, so vor allem das ganz hervorragende Mendeley. Es dient ähnlich wie Zotero dem Dokumentenmanagement und soll zudem Wissenschaftler weltweit besser vernetzen. (Hinter Mendeley stehen übrigens Jan Reichelt, Victor Henning, Paul Föckler und Dr. Stefan Glänzer – und zwar in London).
Intensiver als früher nutze ich Twitter, vor allem in Verbindung mit Tweetdeck. In diesen Client lassen sich verschiedene Twitterkonten integrieren, überdies auch Google Buzz und Facebook.
Dann begeistert mich weiterhin die freie Software Geogebra. Die freilich dürfte nur interessieren, wer Mathematik oder Physik lehrt oder lernt. Ähnliches gilt bislang auch noch für WolframAlpha. Die weitere Entwicklung dieser „computational knowledge engine“ bleibt auf jeden Fall spannend.

Geht es nach der realen Bedeutung in meinem (digitalen) Wissens- und Bildungsalltag ergibt sich eine etwas vertrauter anmutende Rangfolge:

  1. Firefox plus Addons
  2. Google Suche
  3. Diigo
  4. Bloglines
  5. WordPress / Blogdesk
  6. MS Office (Word / Excel / Powerpoint)
  7. Google Office (incl. Kalender und Gmail)
  8. Snagit
  9. Twitter / Tweetdeck
  10. Wikipedia

Auch Jochen Robes nennt auf dem Weiterbildungsblog seine 10 Favoriten. Es gibt eine Schnittmenge, zu der u.a. Diigo, Bloglines und WordPress gehören.

post Category: Allgemein,Moodle post Comments (2) post9. Februar 2010

BildThomas Rau griff jüngst in seinem Lehrerblog herr-rau.de eine Forderung der Schüler-Union auf: „Unterricht muss Online sein!“

>Die Schüler Union Deutschlands fordert daher Online-Arbeitsplätze, zu denen Schulleitung, Lehrer und Schüler Zugang haben, so dass der Unterricht vernetzt werden kann. Dort können
Unterrichtshilfen wie Arbeitsblätter, Stundenprotokolle und Klausurübungen, aber auch Organisationsstrukturen wie Stunden- und Vertretungspläne abrufbar sein. […]
Die Schüler Union Deutschlands setzt sich dafür ein, dass jeder
Lehrer verpflichtend seine Unterrichtsinhalte Online [sic] für alle Schüler zugänglich machen muss.<

Rau findet: „Da ist was dran.“ Und fügt hinzu: „Ob das realistisch ist, so etwas jetzt zu fordern, bezweifle ich.“

An vielen Schulen wird Moodle eingeführt. Just jene Szenarien sollen durch die Lehr-Lernplattform wahr werden, die von den jungen Konservativen für einen progressiven Unterricht eingefordert werden.

Vor gut einem Jahr stellte „Der Lehrerfreund“ noch fest: „Alle reden über Moodle – und keiner benutzt es

Ist die Akzeptanz und zugleich die Effizienz eines online-gestützen Lehrens und Lernens bei Lehrern und Schülern seither größer geworden?

Thomas Rau und die ihn kommentierenden Kollegen artikulieren Hoffung und Skepsis.

Die interessantesten Überlegungen seien nachfolgend zitiert:

>Es wäre tatsächlich für den Schüler einfacher, wenn Arbeitsblätter, Einträge, Materialien online wären – und vielleicht würden wir Lehrer dann das Nachholen auch mehr einfordern, als wir es jetzt tun. […] Früher oder später landet man so bei digitalen Schulbüchern, selbst zusammengestellten oder fertig gekauften. Damit können die Schüler genauso gut oder schlecht arbeiten wie mit gedruckten Büchern, nur dass sie halt auf sämtliches Material zugreifen können. […]
Chancengleichheit: Schüler ohne Internetanschluss – oder auch nur welche ohne DSL, und davon gibt es in ländlichen Gegenden noch einige – dürften nicht benachteiligt werden.< [Meint Rau]

‚DJH‘ sieht Vorteile, aber auch mangelnde Infrastruktur und Akzeptanz:

>Aktualisierungen sind einfacher und billiger handzuhaben: Insbesondere in gesellschaftspolitischen Fächern sind ja Bücher schon fast veraltet, wenn sie erscheinen. Ein großes Problem sehe ich in der Infrastruktur – denn darum muss sich ja jemand kümmern, und es kostet einiges an Geld, um das einzurichten (Flächendeckendes WLAN, funktionierendes Intranet, Schulungen für die Lehrer, …). Und die Akzeptanz bei allen Kollegen ist natürlich auch fraglich.<

Warum es an Akzeptanz mangeln könnte, weiß ‚StephanZ‘

>Man sollte den Aufwand zum Ergebnis sehen. Ein Lehrer ist vielleicht zweimal im Jahr krank, deswegen soll er 36 -mal erhöhten Aufwand betreiben.<

‚Mathematiklehrer‘ fragt nach der Präsenz von Schülern und der Absenz mündlicher Noten:

>Wenn die Schüler dann noch seltener zum Unterricht erscheinen, wird das Erteilen von mündlichen Noten eine sehr interessante Herausforderung, zumal deren Gewichtung im G8 extrem hoch ist.<

Für ‚Beelzebub Bruck‘ ist das alles „Mist“:

>Gab es da mal nicht das didaktisch-methodische Dreieck (Wissen, Methode, Person)? Ist dieses Modell
nicht mehr sinnnvoll, weil jetzt der Computer am Netz die universelle Lernmaschine sein soll? Mir kommt dieser ganze
Internetbildungsmessianismus mit seinen digitalen Arbeitsblättern vor wie die Euphorie einer studentischen Hilfskraft, die den unbegrenzten Zugang zum Institutskopierer mit dem Lesen der Texte verwechselt, die eigentlich studiert werden sollten.[…]
Für diesen Mist soll man laut JU, bekanntlich immer schon ein Hort revolutionären Denkens mit ausgewiesener Expertise in Bildungsfragen, seine eigenen Materialien verschenken?<

‚Fontanefan‘ über Personen, die „von Lernsituationen nur wenig begriffen haben“:

>Freilich, Lehrer dazu zu verpflichten, neben ihrem eigenen Unterricht auch noch Lehrbuchtexte für sämtliche Klassen derselben Jahrgangsstufe auszuarbeiten und mit den entsprechenden kontextunabhängigen Aufgabenstellungen zu versehen, das kann nur Personen einfallen, die von Lernsituationen nur wenig begriffen haben.<

Peter problematisiert das Urheberrecht:

>Nachdem Lehrer aus didaktischen, Fähigkeits- und auch Zeitgründen auch immer auf fremdes Material zugreifen MÜSSEN (Sozialkundeunterricht mit vom Lehrer selbst gezeichneter Karikatur? (kann ich nicht), mit selbst geschriebenem Zeitungsartikel? (will ich nicht, es sollen doch ‘normale’ Artikel aus der echten Welt gelesen werden)), bleibt der Wunsch (auch meiner Schüler) nach downloadbarem Unterricht auf absehbare Zeit Illusion.
Endfazit: Ich will, dass Schule (abgesehen von Material, dass speziell von Verlagen nur für den Schulbereich erstellt wurde) komplett von der Bremse Urheberrecht befreit wird!!!<

Jan Martin Klinge dagegen ist schon weiter. Auf seinem Blog über den Halbtagsjob eines Lehrers präsentiert er das OneNote-Projekt, das sich seit Dezember 2007 auch praktisch bewährt habe:

>Durch Praktika und Materialsammlungen sind bisher knapp 100 Schulstunden und einiges an Hintergrundmaterial zusammengekommen. Alles wird ohne Schwierigkeiten synchronisiert.
Nebenher ist das Ganze von meiner Frau auf kirchlicher Ebene adaptiert worden. Zusammen mit einem halben Dutzend Pastor(inn)en werden Predigten, Geschichten, Bibelstunden und ein riesiger Fundus an Material miteinander abgeglichen.<

In einer 28-seitigen Anleitung (herunterzuladen als pdf und als docx ) schildert er, wie sich das Programm OneNote aus dem Hause Gates im schulischen Kontext einsetzen lässt.
Microsoft kürte den Referendariatsanwärter auf innovativeteachers.de wegen des innovativen Einsatzes von OneNote zum „Lehrer des Monats“.

post Category: Allgemein post Comments (0) post4. Februar 2010

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Schüler dürften Wolfram|Alpha (Kurz: W|A) bald ebenso selbstverständlich ansteuern wie bislang schon Google oder die Wikipedia.
Die „rechnende Wissensmaschine“ Wolfram|Alpha beweist gerade für Mathematik Qualitäten, die Google derzeit noch abgehen – obwohl der unscheinbare Suchschlitz des Internetriesen durchaus auch als Taschenrechner nutzbar ist.
Wolfram|Alpha leistet aber weit mehr. Kein Wunder, der Dienst basiert auf dem mächtigen Computer Algebra System Mathematica des britischen Wissenschaftlers Stephen Wolfram. (Womit sich auch die Namensgebung erklärt).
Das Schöne ist: Mathematica kostet Geld, WolframAlpha kostet nichts. Eine „Visual gallery of Examples“ demonstriert viele Einsatzmöglichkeiten in verschiedensten Disziplinen.
Die Liste von Beispielen für den Einsatz in Mathematik beginnt mit elementaren Rechnungen und führt bis hin zu Zahlentheorie, Diskreter Mathematik und Vektoranalysis.
Englisch sollte man zumindest einigermaßen beherrschen, auf eine deutsche Sprachversion wird man möglicherweise noch lange Zeit warten müssen.

Wenn in wenigen Jahren eine mobile Internet-Flatrate und Smartphones so verbreitet sind wie heute schon PCs, Notebooks und DSL, wird das dafür bestens kompatible WolframAlpha auch in Schulen allgegenwärtig sein.
Wohl auch überall dort, wo das Spicken angesagt ist.Bild

Richard MacManus sah schon vor wenigen Wochen im ReadWriteWeb als Einsatzszenario Nummer 1 für WolframAlpha den Use Case: Education.

Dabei verweist auch er auf einen von Lehrern befürchteten Effekt:

>Encouraging cheating and laziness in students. This is because Wolfram|Alpha not only solves complex math problems, it „also can spell out the steps leading to those solutions.“<

Stephen Wolfram beharrt darauf, dass Computeralgebrasysteme (CAS) Lernprozesse letztlich befördern werden: „because they allow students to explore complex problems on their own and intuitively determine how functions work.“

Ausführlicher nahm sich Jeffrey R. Young dieses Themas im Juni 2009 an: „Calculating Web Site Could Ignite a New Campus ‘Math War„.
Neben Wolfram|Alpha würden selbst moderne Schul- und Grafikrechner aussehen wie Rechenschieber. Mit dem leicht zugänglichen CAS werde für den Mathematikunterricht eine Büchse der Pandora geöffnet.

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Auch Maria H. Andersen beschäftigt sich auf ihrem fabelhaften Blog „Teaching College Math“ intensiv mit den Auswirkungen von Wolfram|Alpha auf den Mathematikunterricht.
Da lohnt ein längeres Zitat:

>Because W|A is free and similar to other technologies they know how to use (designed like a search engine), it has relative advantage over other CAS technologies. With prior CAS technologies, you had to know exactly what series of steps or commands to write in order to extract the outcome you desired, but with W|A, the less you ask for, the more you get out. W|A just assumes you want all relevant information it can generate. W|A is easily trialable – anyone with Internet access can try it. Not only that, but observability is also high – simply use a hyperlink to share what you’re doing in W|A with others. Compound this ease of observability with the incredible connectedness of the student population in the U.S. (Facebook, MySpace, etc.), and you can see why I don’t think it will take long for W|A to spread to the undergraduate population of math students.<

Zuletzt noch ein Hinweis auf das auch von Andersen mitbetriebene Walpha Wiki: Teaching Undergraduate Math with Wolfram|Alpha. Interessant sind hier vor allem die Artikel zu Analysis (Calculus) und Linearer Algebra.

post Category: Moodle post Comments (0) post11. Dezember 2009

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Ein bemerkenswertes Angebot macht keytoschool.com.
Offeriert wird dort ein komplett kostenloses Moodle-Hosting.
Wer sich registriert, kann seine eigene Moodle-Plattform einrichten und erhält volle Administratorenrechte.
In den Moodle-Kursen können insgesamt 2500 Teilnehmer verwaltet werden.
Das maximale Speichervolumen beträgt 2500 GB. Das Layout ist frei wählbar. All das ohne eine Zeile Werbung.
Auch René Scheppler verweist im D21-Blog auf keytoschool und fügt hinzu:

>Etwas länger beobachte und nutze ich bereits den wachsenden Service NineHub mit ähnlichem Angebot. Zudem soll es aber mit Moodle 2.0, dessen Veröffentlichung womöglich noch dieses Jahr zu erwarten ist, auch möglich werden – ähnlich zu WordPress (für Blogs) – eigene Moodle-Instanzen direkt vom Anbieter zu registrieren.

 

Ich denke, dass dies gute Angebote sind, sich mit Moodle vertraut zu machen, es auszuprobieren und ohne weitere Kosten und Sorgen auch über einen gewissen Zeitraum zu betreiben. Ich persönlich habe während meiner Zeit mit Moodle bereits den einen oder anderen Anbieter dieser Art kommen und auch wieder gehen sehen, so dass ich für mich diese Angebote gerne für Testumgebungen nutze, in denen ich herumprobiere. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Bereitstellen von Internetspeicherplatz und vor allem des Traffics (also den Zugriffen) Geld kostet und bei einer Lernplattform schnell wachsen kann. Ich empfehle daher, sich gegen eventuelle Veränderungen bei solchen Anbietern regelmäßig mit Backups der dortigen Moodle-Kurse zu “wappnen”.<

Ralf Hilgenstock sieht in seinem Kommentar den Datenschutz nicht sicher gewährleistet und verweist auf das eigene Angebot:

>Als deutscher Moodle Partner bieten wir Schulen optimale Lösungen, die auch den deutschen Datenschutzbestimmungen und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Das ist bei den genannten Providern nicht der Fall. Ich freue mich wahrlich nicht über den ersten Blogbeitrag mit der Überschrift: Deutsche Schülerdaten in Indien oder den USA ausgewertet.<

post Category: Allgemein post Comments (0) post10. Dezember 2009

Das von Martijn Kooij (alias Captain Caveman) entwickelte Firefox-Addon „Web Search Pro“ erweitert die Möglichkeiten des standardmäßig in Firefox integrierten Search-Plugins.
So lassen sich die darin enthaltenen Suchdienste u.a. sortieren und kategorisieren.
Außerdem lassen sich sogenannte Drag&Dropzones anlegen.
Mühelos kann ein ganzer Set von Suchdiensten exportiert und importiert werden.
Beispielhaft können Sie diese Textdatei (20081210.wspro.txt) herunterladen und anschließend im Einstellungsmenü von Web Search Pro importien („Einstellungen laden“).
Ihre Firefox-Suchbox ist danach mit dutzenden neuen Suchdiensten aufgefüllt.